SuedLink führt nicht durch Osthessen

Die Bundesnetzagentur hat sich festgelegt: Die HGÜ-Trasse SuedLink wird über Thüringen nach Bayern geführt werden. Für unsere Bürgerinitiative KIEBITZGRUNDaktiv ist dies nach sechs Jahren aktivem Widerstand ein klarer Erfolg. Ursprünglich als Freileitung geplant, wurde mit der politischen Entscheidung zur Erdverkabelung zwar ein neues Kapitel aufgeschlagen, aber erst das aktuelle Urteil der BNetzA gibt uns die Gewissheit, dass Osthessen und somit auch die Gemeinde Burghaun SuedLink frei bleiben wird.

Gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinitiativen (BI) von Schleswig-Holstein bis nach Baden-Württemberg stehen wir im Bundesverband der BI gegen SuedLink (BBgS) der weiteren Planung  nach wie vor kritisch gegenüber. SuedLink ist ein europäisches Projekt und dient in erster Linie – wie auch die anderen HGÜ-Trassen in Deutschland – dem europäischen Stromhandel. Wir haben in vielen Beiträgen darüber berichtet. Das Märchen von der Windstromleitung wird spätestens dann entzaubert, wenn man die Energiepolitik unserer europäischen Nachbarn näher beleuchtet. Der Anteil an Atom- und Kohlestrom im Energiemix der Länder ist nach wie vor so groß, dass wir die Umsetzung der Energiewende durch diese gigantischen Stromhandelsleitungen in Gefahr sehen.

Während sich die osthessische Politikprominenz wegen SuedLink auf die Schultern klopft, wird in Berlin über das Bundesbedarfsplangesetz entschieden. Auch die Fulda-Main-Leitung (früher P43) soll auf diese Weise gesetzlich abgesichert in die weitere Netzplanung einbezogen werden – eine neue 380 kV Leitung, die Osthessen belasten wird. Obwohl alle Bundestagsabgeordneten und somit auch Michael Brand von zahlreichen Energieexperten, Umweltverbänden und Initiativen angeschrieben wurden, um auf die negativen Auswirkungen des überdimensionierten Übertragungsnetzausbaus hinzuweisen, erfolgte bisher keine nennenswerte Reaktion.

Dass sich Widerstand lohnen kann, haben wir am Beispiel SuedLink bewiesen. Jetzt sollten wir mit Unterstützung der breiten Allgemeinheit verhindern, dass über unsere Köpfe hinweg ein Übertragungsnetz geplant und gebaut werden soll, dessen Investitionskosten derzeit mit ca. 110 Milliarden Euro veranschlagt sind. Die Bürgerbeteiligung ist seit Corona auf Online-Pseudoveranstaltungen reduziert worden, in denen eine offene Diskussion und vor allem das wichtige „Netzwerken“ unter den Teilnehmern nicht mehr möglich ist. Auch wenn diese neue Vorgehensweise durch diverse Beschleunigungsgesetze vorsorglich legitimiert wurde, werden wir darauf achten, dass es dadurch keinen Freifahrtschein für Übertragungsnetzbetreiber durch leichtfertiges politisches Abnicken geben kann. Es bleibt  weiterhin spannend.

Die Bahn nimmt Fahrt auf

Es wird ein heißer Herbst für den Kiebitzgrund. Die Bahnstrecke Fulda-Gerstungen geht in die nächste Planungsrunde. Seit Mitte September werden wieder Infoveranstaltungen angeboten und es ist nun an der Zeit über den nächsten Schritt auch beim Bürgerprotest nachzudenken.

>> Infoflyer der Bahn zu aktuellen Beteiligungsmöglichkeiten

Erst wenn sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger bereit erklären, den Protest gegen die Streckenführung durch den Kiebitzgrund mitzutragen, wird für die Deutsche Bahn AG erkennbar, dass es auch bei uns erheblichen „Raumwiderstand“ gibt.

Beste Gelegenheit dazu:

> infomarkt. fulda-gerstungen

HEUTE, 29.09.20 im Live-Chat:

>> Bürgerbeteiligung heute im Live-Chat, ab 17.30 Uhr

Kiebitzgrund erneut im Visier der Stromnetzplaner

Es ist wieder soweit! Die nächste Planungsrunde für Höchstspannungsleitungen beginnt. Und der Kiebitzgrund ist erneut betroffen. Eine 380kV Monstertrasse – möglicherweise mit Freileitungsmasten bis 70 m Höhe und Schutzstreifen bis zu 135 m. Im Abstand von teilweise nur 200 m zur Bebauung, durch Wälder und Landschaftsschutzgebiete.

Wen kümmert´s? Anscheinend niemanden.

Die Fulda-Main-Leitung

P 43 = Projekt 17 im Bundesbedarfsplan = M74a und M74b = Fulda-Main-Leitung. Wie auch immer man es dreht, wendet und benennt, diese Leitung wird eine große Belastung für alle betroffenen Kommunen und BürgerInnen. Wozu braucht man diese Leitung? Um den SuedLink abzusichern? Um wieder Kohlestrom durch die Republik zu karren? Müssen wir dies ohne Widerstand hinnehmen, zumal die Bestätigung des aktuellen Bundesbedarfsplans noch aussteht?

Ein kleiner Kreis „Auserwählter“ wurde von den TenneT-Stromnetzplanern am Dienstag (23.06.2020) zu einer Informationsveranstaltung nach Fulda geladen. Bürgermeister aus der Region bzw. kommunale Vertreter und vereinzelt Bürgerinitiativenmitglieder konnten sich ein erstes Bild vom Planungsstand machen.

Noch vor Einreichung der Antragsunterlagen durch den Vorhabenträger TenneT bei der BNetzA besteht die Möglichkeit, innerhalb einer „Zwei-Wochen-Frist“ (bis zum 10.07.20) Raumwiderstände in ein Internet basiertes System (WebGis) einzutragen oder Einwände schriftlich an TenneT weiterzuleiten. Wie gesagt, dies ist im ersten Schritt nur für einen begrenzten Teilnehmerkreis vorgesehen.

Aber, der Öffentlichkeit sollten auch in diesem frühen Stadium Informationen nicht vorenthalten werden! Wir finden, Transparenz im Planungsverfahren ist unverzichtbar, denn nachdem viele Kommunalpolitiker bei der Veranstaltung keinerlei Protest geäußert haben, liegt es an uns, die Leute vor Ort zu sensibilisieren für das, was da auf sie zukommt. Das St.-Florian-Prinzip ist keine Option! Niemand sollte mit dieser Leitung leben müssen! Vor allem nicht ohne vorher alle Alternativen geprüft zu haben. Denn mit einer durchschnittlichen Auslastung von nur 17% (Abschnitt A) bzw. 15% (Abschnitt B) müssen Zweifel an der Notwendigkeit erlaubt sein. Daher möchten wir – soweit möglich – die ersten Eindrücke der Beteiligungsveranstaltung weitergeben.

Wie wird vorgegangen?

TenneT hat vorerst einen Untersuchungsraum entlang der Luftlinie zwischen den Verbindungspunkten Mecklar – Dipperz bzw. Dipperz – BergrheinfeldWest festgelegt (Länge:Breite im Verhältnis 1:2) Aus planerischer Sicht ergaben sich weitere Bündelungsoptionen:  Die  ICE Strecke Hannover-Fulda-Würzburg und die Gashochdruckleitung zwischen Sannerz und Rimpar. Also wurde der Untersuchungsraum kurzerhand erweitert.

Fulda-Main-Leitung Planungsdialog

Wir Bürgerinitiativen versuchen deutschlandweit die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, einen kritischen Blick auf die Stromnetzplanung zu werfen und vor allem diese auch zu hinterfragen. Gibt es Alternativen zu einem überdimensionierten Netzausbau? Ja, die gibt es! Nur: Damit sich etwas ändert, müssen wir bereit sein, uns für unsere Bürgerrechte aktiv einzusetzen.

Noch ist das Projekt Fulda-Main-Leitung NICHT im aktuellen Bundesbedarfsplan bestätigt. Das offizielle Verfahren ist noch NICHT eröffnet.

Die Höchststromleitungen, ob als Drehstrom- oder Gleichstromleitungen, werden auf Kosten der Allgemeinheit für energieintensive Industriekonzerne und den europäischen Stromhandel gebaut. Klimaschutz steht dabei nicht im Vordergrund. Die Bürger-Energiewende wird hingegen vielfach belächelt und obwohl sich immer mehr Menschen persönlich an der Umsetzung der Energiewende beteiligen, blockieren neue Vorgaben – Eigenstrom soll vollständig ins Netz eingespeist und teuer zurückgekauft werden – den Handlungsspielraum derer, die seit Jahren den größten Beitrag bei der Umstellung auf regenerative Energien leisten.  Auf Druck starker Lobbyverbände (vor allem des BDEW) wird dieses Bürger-Engagement zunehmend ausgebremst.

Demokratie leben – auch in Corona-Zeiten

Trassengegner setzen am bundesweiten Aktionstag ein starkes Zeichen

Obwohl die Corona-Pandemie das öffentliche Leben noch lange beeinflussen wird, kehrt Deutschland inzwischen Schritt für Schritt zur „Normalität“ zurück. Lockdown und Kontaktbeschränkungen haben die unkontrollierte Ausbreitung des Sars-Cov-2-Virus verhindert und somit viele Menschen vor persönlichem Leid bewahrt. Doch die Welt dreht sich weiter und inzwischen müssen auch die lang erkämpften demokratischen Rechte in unserem Land geschützt werden.

Daher war die Bereitschaft groß, spontan und trotz widriger Umstände bundesweit Versammlungen anzumelden, um ein deutliches Protestzeichen der Trassengegner von SuedLink, Südostlink und Ultranet an die Bundesregierung zu schicken. Der BUND Naturschutz, zahlreiche Umweltvereine und Bürgerinitiativen gegen den überdimensionierten Netzausbau unterstützten die Aktion. „Die Corona-Krise wird dazu missbraucht, Gesetze wie das Planungssicherstellungsgesetz (PlanSiG) im Eiltempo zu verabschieden.“, empört sich Maria Quanz vom Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink, denn: „Mit dem PlanSiG wird die Öffentlichkeitsbeteiligung stark eingeschränkt. Onlinekonferenzen können zwar den Planungsprozess ergänzen, jedoch nie eine Antragskonferenz oder einen Erörterungstermin vor Ort ersetzen. Unter den derzeit erschwerten Bedingungen wurden nicht einmal die Fristen zur Abgabe von Stellungnahmen verlängert, dafür aber vorläufige Untersuchungsrahmen von der Bundesnetzagentur einfach festgelegt. Die Umsetzung umstrittener infrastruktureller Großprojekte will man durch die Anpassung vieler Gesetze im Windschatten von Corona noch schneller vorantreiben, obwohl es für den Netzausbau bereits genügend „Beschleunigungsgesetze“ gibt.  Alle Planungsverfahren sind betroffen, auch zu SuedLink, der P43 und sogar zur geplanten Bahntrasse Fulda-Gerstungen. Die Prüffunktion von Umweltverbänden wird durch den massiven Eingriff in das Umweltrecht ebenfalls zunehmend ausgeschaltet. Die negativen Auswirkungen auf das Lebensumfeld der betroffenen Bevölkerung werden nicht mehr berücksichtigt und jetzt nimmt man den Menschen vor Ort auch noch die Stimme.“

Die regionalen Bürgerinitiativen Kiebitzgrund-aktiv in Burghaun, die BI Fuldatal und die BI Kalbach gegen SuedLink waren ebenfalls  am bundesweiten Protest-Aktionstag der Trassengegner beteiligt. Denn auch in Corona-Zeiten lassen sie sich nicht mundtot machen.

Ausführlicher Bericht in Kürze auf:
Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

Aktionstag 24.05.2020 – Burghaun – BI Kiebitzgrund aktiv
Aktionstag 24.05.2020 – Kalbach – BI Kalbach gegen SuedLink e.V.
Aktionstag 24.05.2020 – Kämmerzell – BI Fuldatal e.V.

Kiebitzgrund weiter im Fokus großer Infrastrukturprojekte

Die Bürgerinitiative KIEBITZGRUNDaktiv hat in den letzten Jahren mit zahlreichen Mitstreitern im Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink den Planungsprozess für die Gleichstromtrasse SuedLink aktiv begleitet. Durch verschiedene Protestaktionen, Teilnahme an Informationsveranstaltungen, regelmäßige Abgabe von Stellungnahmen und nicht zuletzt persönliche Gespräche mit den Verantwortlichen, konnten wir zumindest für den Kiebitzgrund eine SuedLink-freie-Zone schaffen. Allerdings sind bereits weitere große Infrastrukturprojekte in Planung, die aktuell unsere Aufmerksamkeit fordern. Einerseits die Stromtrasse P43, deren (angeblicher) Bedarf auch im aktuellen Netzentwicklungsplan bestätigt wird und andererseits das Bahnprojekt Fulda-Gerstungen. Beide Projekte tangieren den Kiebitzgrund. „Kiebitzgrund weiter im Fokus großer Infrastrukturprojekte“ weiterlesen

Einwendungen zu SuedLink (§8 NABEG)

Beitragsbild Quelle: Arge SuedLink, TenneT TSO, TransnetBW – ILF WebGis  – © GeoBasis-DE


Stellungnahme der Bürgerinitiative KIEBITZGRUNDaktiv im Rahmen der Bundesfachplanung für die Höchstspannungsleitung Brunsbüttel – Großgartach (Vorhaben 3), Abschnitt D (Gerstungen – Arnstein) und Wilster – Grafenrheinfeld (Vorhaben 4), Abschnitt D (Gerstungen – Grafenrheinfeld)

Obwohl der Kiebitzgrund von den aktuellen Planungen nicht mehr betroffen ist, war es wichtig, sich in diesem letzten Schritt der Bundesfachplanung noch einmal an der Konsultation zu beteiligen, da nun der endgültige Trassenverlauf von SuedLink durch die Bundesnetzagentur festgelegt wird. Gemeinsam haben sich alle Trassengegner (Vorschlagskorridor und Alternativkorridor) gegen den Bau der HGÜ-Leitung ausgesprochen, mit allgemeinen und regionalen Kritikpunkten, die in der Gesamtheit erkennen lassen, dass SuedLink ein ökologisches wie auch ökonomisches Risiko darstellt.


Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung (§9 NABEG) geben wir hiermit fristgerecht unsere Einwendungen/Stellungnahme zu den Unterlagen (§8NABEG) der Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH und Transnet BW GmbH zu o.g. Vorhaben ab.

Beteiligungsverfahren allgemein

Die Bundesfachplanung ermöglicht den betroffenen Bürgern von Seiten des Gesetzgebers erst in der fünften Verfahrensstufe – der Planfeststellung – die Möglichkeit des gerichtlichen Rechtsschutzes. Nach inzwischen jahrelanger Trassenplanung ist keine ergebnisoffene Bewertung mehr zu erwarten, Klagemöglichkeiten geraten zu diesem späten Zeitpunkt praktisch zur Farce. Dies führt zwar zu der vom BMWi angestrebten Beschleunigung des Netzausbaus, missachtet aber das völkerrechtliche, auch für Deutschland verbindliche Abkommen der Aarhus Konvention.

Ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und ohne Prüfung von Alternativen wurde vor Jahren politisch über den Bau von SuedLink entschieden – mit einem Netzentwicklungsplan der ÜNB als Vorlage, der den verbindlichen Klimazielvorgaben (bis heute) nicht gerecht werden kann. Die Möglichkeit, über Konsultationsverfahren Bedenken und Einwendungen vorzutragen, blieb letztendlich ohne signifikante Berücksichtigung der Bürgerinteressen und hat bislang keine Auswirkungen auf das Planungsverfahren  gezeigt. Im Gegenteil,  das Bermudadreieck ÜNB-Politik-BNetzA verschluckt am Ende all unsere Kritik und stellt einzig die Weichen für einen gigantischen Netzausbau, der zusätzlich durch Beschleunigungsmechanismen (siehe NABEG) unterstützt wird.

Die umfangreichen Unterlagen innerhalb einer Konsultationsfrist von wenigen Wochen sachgerecht prüfen zu können, ist faktisch nicht möglich. Dennoch möchten wir deutlich zum Ausdruck bringen, dass ein überdimensionierter Stromnetzausbau, der Energie einzig räumlich zu verschieben vermag, keinen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten kann.

Die Bundesnetzagentur bezeichnet sich selbst als unabhängigen und kompetenten  Ansprechpartner im Bereich Energie. Dennoch findet die Forderung nach einer umwelt- und klimaverträglichen Transformation des Energiesystems keine ausreichende Beachtung. Nach § 12a Absatz 2 EnWG sind der Netzplanung wahrscheinliche Entwicklungen zu Grunde zu legen. Um eine tragfähige klima- und energiepolitische Zukunft abbilden zu können, ist der Netzausbaubedarf in erster Linie der notwendigen Verknüpfung aller Energiesektoren (Strom-Wärme-Gas) anzupassen. Netzentwicklungspläne müssen dementsprechend aufeinander abgestimmt werden. Interessen von Großindustrie, Energiekonzernen und ÜNB sind nicht vorrangig zu berücksichtigen.

Den gesellschaftlichen Konsens begründet man durch öffentliche Beteiligungsverfahren. Doch die eingeforderte regionale Kooperation zur Ermittlung von Raumwiderständen scheint letztendlich nur das Ziel zu verfolgen, Netzausbaumaßnahmen wie den SuedLink durch beschleunigte Verfahren voranzutreiben. Regionale und dezentrale Lösungskonzepte werden in der Bewertung frühzeitig ausgeschlossen, Bürgerbeteiligung somit ad absurdum geführt.

 >> Stellungnahme weiterlesen …

Bürgerbeteiligung beim Stromnetzausbau

Die Pläne der Übertragungsnetzbetreiber für den angestrebten Netzausbau umfassen in einer ersten Kostenschätzung bereits 52 Milliarden Euro. Noch bevor die Planungen zu den HGÜ-Leitungen SuedLink, SuedOstLink und Ultranet abgeschlossen sind, versuchen die ÜNB zusätzlich zwei weitere Gleichstromleitungen im Bundesbedarfsplangesetz zu verankern. Wir denken, diese Netzplanung geht weit über den  Auftrag der Versorgungssicherheit hinaus. Für uns Stromkunden, die wir bereits heute die höchsten Strompreise in Europa stemmen müssen, bedeutet dies: Die Energieversorgung wird in Zukunft unbezahlbar. Daher haben wir fristgerecht zum 04.03.2019 erneut eine Stellungnahme zum aktuellen Entwurf des Netzentwicklungsplans abgegeben:

>> Stellungnahme zum 1. Entwurf NEP 2030(2019)

Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat gerade seine sogenannte Netzreise beendet. Dabei wurde eines ganz deutlich, dieser Minister sorgt sich nicht um die Ängste und Bedenken der vom Stromnetzausbau betroffenen Bürger, sondern lässt sich bereitwillig vor den Karren der Energiekonzerne spannen und vertritt vorrangig die Interessen von Großindustrie und Übertragungsnetzbetreibern. Seine Bestrebungen, den Netzausbau noch einmal zu beschleunigen, versucht er zurzeit gesetzlich zu verankern. Auch MdB Brand wird über das Gesetz zur Beschleunigung des Energieleitungsausbaus abstimmen. Wir haben eine direkte Anfrage an ihn gestellt und erwarten von ihm ein klares, eindeutiges Zeichen:

>> Keine Zustimmung zur Novellierung des NABEG

Die Bürgerinitiative KIEBITZGRUNDaktiv arbeitet nach wie vor eng  mit dem Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SudLink (BBgS) zusammen. Da die Planungen zu SuedLink nach Einreichung der §8 NABEG Unterlagen bei der Bundesnetzagentur in die entscheidende Phases gehen, haben wir eine Zusammenfassung der wichtigsten Beteiligungsmöglichkeiten im weiteren Verfahren zusammengestellt:

>> Der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

Der Kiebitzgrund bleibt SuedLink frei

Beitragsbild: TenneT/Arge SuedLink – Infomarkt


Zurzeit veranstalten die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und Transnet BW Infomärkte entlang der geplanten SuedLink-Trasse. Auch in Fulda/Künzell konnte man Einsicht in die  aktuellen Planungsunterlagen nehmen und natürlich war KIEBITZGRUNDaktiv vor Ort, um sich über den neuesten Stand zu informieren. Nun steht fest: Nach vier arbeitsreichen Jahren, in denen wir zahlreiche Stellungnahmen bei TenneT, der Bundesnetzagentur (BNetzA) und den zuständigen Ministerien (Umwelt, Wirtschaft) eingereicht haben, können wir vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken. Wir haben alle Beteiligungsmöglichkeiten bei der Bundesfachplanung genutzt und keine Diskussionsplattform gescheut. Nun steht fest:

Der SuedLink wird nicht durch den Kiebitzgrund gebaut.

Auch der letzte Vorschlag für eine Trasse durch den Kiebitzgrund, der bei der Antragskonferenz in Fulda noch durch das Planungsbüro Bosch & Partner im Auftrag der Gemeinden Künzell, Petersberg und Eichenzell  eingereicht wurde, fand keine Zustimmung bei der BNetzA  und wird daher in den weiteren Planungen nicht mehr berücksichtigt. Somit bleiben neben dem Kiebitzgrund auch die Gemeinde Schlitz und das Fuldatal Trassen frei.

Allerdings trifft es die Gemeinde Burghaun nach wie vor im Trassensegment 102, das gegenüber dem Segment 103 (über Hünfeld) als besser geeignet eingestuft wird. Hier wird sich erst in den weiteren Planungsschritten herausstellen, welcher Korridorvorschlag von der BNetzA insgesamt – durch Thüringen oder durch Hessen – bevorzugt wird. Hierzu werden in aufwendigen Verfahren die jeweiligen Trassenabschnitte einander gegenübergestellt, zusammengefasst und bewertet, um am Ende eine umwelt- bzw. naturverträgliche und technisch realisierbare Trasse zu finden. Es besteht weiterhin die Möglichkeit Raumwiderstände bei der Bundenetzagentur bzw. TenneT schriftlich einzureichen oder über das Online-Planungstool  WebGIS auf der SuedLink-Website direkt einzugeben.

Im Moment haben wir zwar einen kleinen Etappensieg erreicht, aber weitere Stromnetzplanungen stehen im Raum. Der Ausbau des Verteilnetzes wird ebenfalls vorangetrieben und  geeignete Korridore für Freileitungen bereits gesucht. Der neue Wirtschaftsminister Peter Altmaier will den schnellen Stromnetzausbau zur „Chefsache“ erklären und dabei den Netzausbau weiter beschleunigen. Dazu soll es erneut Gesetzesanpassungen geben.

Auch wenn wir uns nun eine Arbeitspause gönnen,  werden wir die weiteren Pläne zum Stromnetzausbau aufmerksam verfolgen und uns weiterhin für den Kiebitzgrund einsetzen, damit die Region zukunftsfähig und für nachfolgende Generationen vor allem lebens- und liebenswert bleibt.

 

Bürgerinitiativen-Konvent am 24.03.2018 in Fulda

Der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) veranstaltet in Fulda einen Konvent zum Thema:

SuedLink / SuedOstLink / Ultranet
im Spannungsfeld von Energiewende, Politik und Netzausbau

Auch in der Region Fulda erhitzt das Thema „Neue Stromnetze“ weiterhin die Gemüter, denn seit im Rahmen der Bundesfachplanung (dem offiziellen Verfahren der Stromnetzplanung) neue Alternativen zum Trassenverlauf des SuedLink eingereicht wurden, sind auch Regionen in Osthessen in die Grobplanung einbezogen, die bisher nicht im offiziellen Untersuchungsrahmen lagen.
Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hält sich bedeckt, man will angeblich die Menschen nicht vorschnell beunruhigen, doch im Hintergrund werden Kommunalpolitiker bereits informiert, dass eine neue Betroffenheit in den Landkreisen Hersfeld/Rotenburg, Fulda aber auch im Vogelsberg  durchaus möglich sein könnte.

Die Energienetze der Zukunft verknüpfen aktiv alle Sektoren: Strom und Gas, Energie und Mobilität,  Prosumer(?) und Speicher.

Nur Durchleitung von Energie von A und B – das war einmal. Umso wichtiger ist es, dass sich Bürgerinnen und Bürger informieren. Die Energieversorgung in Deutschland wird sich in den nächsten Jahren gravierend verändern.  Der geplante Stromnetzausbau betrifft uns alle! Und: SuedLink ist erst der Anfang!
Wir, die Stromkunden und Steuerzahler, werden diesen Netzausbau bezahlen müssen. Wir, die betroffenen Bürgerinnen und Bürger, werden mit den gesundheitlichen Risiken und den massiven Eingriffen in Umwelt und Natur leben müssen.

Der BBgS versucht seit Jahren aktiv Einfluss auf die Netzpolitik  zu nehmen und ist bemüht Alternativen zu den großen HGÜ-Leitungen aufzuzeigen.

In zahlreichen Termingesprächen bei Politik, der Bundesnetzagentur und auch bei den Übertragungsnetzbetreibern vertritt der Verband die Interessen von vielen Bürgerinitiativen. Stellungnahmen werden eingereicht und die Mitglieder über den aktuellen Stand der Netzplanungen informiert. Es ist an der Zeit, dass wieder einmal ein gemeinsames Zeichen gesetzt wird. Nicht das St.-Florians-Prinzip („egal wo, Hauptsache nicht bei mir“) sollte dabei im Vordergrund stehen, sondern das gemeinsame Ziel, einen überdimensionierten Netzausbau zu Lasten der Bevölkerung zu verhindern. Verantwortungsvolles Handeln für nachhaltigen Klima- und Umweltschutz, das ist unsere Verpflichtung – das sind wir nachfolgenden Generationen schuldig.

KIEBITZGRUNDaktiv und die BI Fuldatal e.V. unterstützen daher den BBgS bei der Planung des Konvents in Fulda, der unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt, Dr. Heiko Wingenfeld steht. Gemeinsam fordern wir alle Bürgerinnen und Bürger auf mit uns ein Zeichen zu setzen, treffend nach dem Motto der BI Bergrheinfeld:

Wer kämpft, kann verlieren.
Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Wir sind nicht nur für die Dinge verantwortlich die wir tun, sondern auch für die, die wir nicht tun. Daher unser dringender Appell an alle:

Unterstützen Sie die Veranstalter des Konvents in Fulda durch Ihre Teilnahme!