Kiebitzgrund weiter im Fokus großer Infrastrukturprojekte

Die Bürgerinitiative KIEBITZGRUNDaktiv hat in den letzten Jahren mit zahlreichen Mitstreitern im Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink den Planungsprozess für die Gleichstromtrasse SuedLink aktiv begleitet. Durch verschiedene Protestaktionen, Teilnahme an Informationsveranstaltungen, regelmäßige Abgabe von Stellungnahmen und nicht zuletzt persönliche Gespräche mit den Verantwortlichen, konnten wir zumindest für den Kiebitzgrund eine SuedLink-freie-Zone schaffen. Allerdings sind bereits weitere große Infrastrukturprojekte in Planung, die aktuell unsere Aufmerksamkeit fordern. Einerseits die Stromtrasse P43, deren (angeblicher) Bedarf auch im aktuellen Netzentwicklungsplan bestätigt wird und andererseits das Bahnprojekt Fulda-Gerstungen. Beide Projekte tangieren den Kiebitzgrund. „Kiebitzgrund weiter im Fokus großer Infrastrukturprojekte“ weiterlesen

Einwendungen zu SuedLink (§8 NABEG)

Beitragsbild Quelle: Arge SuedLink, TenneT TSO, TransnetBW – ILF WebGis  – © GeoBasis-DE


Stellungnahme der Bürgerinitiative KIEBITZGRUNDaktiv im Rahmen der Bundesfachplanung für die Höchstspannungsleitung Brunsbüttel – Großgartach (Vorhaben 3), Abschnitt D (Gerstungen – Arnstein) und Wilster – Grafenrheinfeld (Vorhaben 4), Abschnitt D (Gerstungen – Grafenrheinfeld)

Obwohl der Kiebitzgrund von den aktuellen Planungen nicht mehr betroffen ist, war es wichtig, sich in diesem letzten Schritt der Bundesfachplanung noch einmal an der Konsultation zu beteiligen, da nun der endgültige Trassenverlauf von SuedLink durch die Bundesnetzagentur festgelegt wird. Gemeinsam haben sich alle Trassengegner (Vorschlagskorridor und Alternativkorridor) gegen den Bau der HGÜ-Leitung ausgesprochen, mit allgemeinen und regionalen Kritikpunkten, die in der Gesamtheit erkennen lassen, dass SuedLink ein ökologisches wie auch ökonomisches Risiko darstellt.


Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung (§9 NABEG) geben wir hiermit fristgerecht unsere Einwendungen/Stellungnahme zu den Unterlagen (§8NABEG) der Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH und Transnet BW GmbH zu o.g. Vorhaben ab.

Beteiligungsverfahren allgemein

Die Bundesfachplanung ermöglicht den betroffenen Bürgern von Seiten des Gesetzgebers erst in der fünften Verfahrensstufe – der Planfeststellung – die Möglichkeit des gerichtlichen Rechtsschutzes. Nach inzwischen jahrelanger Trassenplanung ist keine ergebnisoffene Bewertung mehr zu erwarten, Klagemöglichkeiten geraten zu diesem späten Zeitpunkt praktisch zur Farce. Dies führt zwar zu der vom BMWi angestrebten Beschleunigung des Netzausbaus, missachtet aber das völkerrechtliche, auch für Deutschland verbindliche Abkommen der Aarhus Konvention.

Ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und ohne Prüfung von Alternativen wurde vor Jahren politisch über den Bau von SuedLink entschieden – mit einem Netzentwicklungsplan der ÜNB als Vorlage, der den verbindlichen Klimazielvorgaben (bis heute) nicht gerecht werden kann. Die Möglichkeit, über Konsultationsverfahren Bedenken und Einwendungen vorzutragen, blieb letztendlich ohne signifikante Berücksichtigung der Bürgerinteressen und hat bislang keine Auswirkungen auf das Planungsverfahren  gezeigt. Im Gegenteil,  das Bermudadreieck ÜNB-Politik-BNetzA verschluckt am Ende all unsere Kritik und stellt einzig die Weichen für einen gigantischen Netzausbau, der zusätzlich durch Beschleunigungsmechanismen (siehe NABEG) unterstützt wird.

Die umfangreichen Unterlagen innerhalb einer Konsultationsfrist von wenigen Wochen sachgerecht prüfen zu können, ist faktisch nicht möglich. Dennoch möchten wir deutlich zum Ausdruck bringen, dass ein überdimensionierter Stromnetzausbau, der Energie einzig räumlich zu verschieben vermag, keinen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten kann.

Die Bundesnetzagentur bezeichnet sich selbst als unabhängigen und kompetenten  Ansprechpartner im Bereich Energie. Dennoch findet die Forderung nach einer umwelt- und klimaverträglichen Transformation des Energiesystems keine ausreichende Beachtung. Nach § 12a Absatz 2 EnWG sind der Netzplanung wahrscheinliche Entwicklungen zu Grunde zu legen. Um eine tragfähige klima- und energiepolitische Zukunft abbilden zu können, ist der Netzausbaubedarf in erster Linie der notwendigen Verknüpfung aller Energiesektoren (Strom-Wärme-Gas) anzupassen. Netzentwicklungspläne müssen dementsprechend aufeinander abgestimmt werden. Interessen von Großindustrie, Energiekonzernen und ÜNB sind nicht vorrangig zu berücksichtigen.

Den gesellschaftlichen Konsens begründet man durch öffentliche Beteiligungsverfahren. Doch die eingeforderte regionale Kooperation zur Ermittlung von Raumwiderständen scheint letztendlich nur das Ziel zu verfolgen, Netzausbaumaßnahmen wie den SuedLink durch beschleunigte Verfahren voranzutreiben. Regionale und dezentrale Lösungskonzepte werden in der Bewertung frühzeitig ausgeschlossen, Bürgerbeteiligung somit ad absurdum geführt.

 >> Stellungnahme weiterlesen …

Bürgerbeteiligung beim Stromnetzausbau

Die Pläne der Übertragungsnetzbetreiber für den angestrebten Netzausbau umfassen in einer ersten Kostenschätzung bereits 52 Milliarden Euro. Noch bevor die Planungen zu den HGÜ-Leitungen SuedLink, SuedOstLink und Ultranet abgeschlossen sind, versuchen die ÜNB zusätzlich zwei weitere Gleichstromleitungen im Bundesbedarfsplangesetz zu verankern. Wir denken, diese Netzplanung geht weit über den  Auftrag der Versorgungssicherheit hinaus. Für uns Stromkunden, die wir bereits heute die höchsten Strompreise in Europa stemmen müssen, bedeutet dies: Die Energieversorgung wird in Zukunft unbezahlbar. Daher haben wir fristgerecht zum 04.03.2019 erneut eine Stellungnahme zum aktuellen Entwurf des Netzentwicklungsplans abgegeben:

>> Stellungnahme zum 1. Entwurf NEP 2030(2019)

Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat gerade seine sogenannte Netzreise beendet. Dabei wurde eines ganz deutlich, dieser Minister sorgt sich nicht um die Ängste und Bedenken der vom Stromnetzausbau betroffenen Bürger, sondern lässt sich bereitwillig vor den Karren der Energiekonzerne spannen und vertritt vorrangig die Interessen von Großindustrie und Übertragungsnetzbetreibern. Seine Bestrebungen, den Netzausbau noch einmal zu beschleunigen, versucht er zurzeit gesetzlich zu verankern. Auch MdB Brand wird über das Gesetz zur Beschleunigung des Energieleitungsausbaus abstimmen. Wir haben eine direkte Anfrage an ihn gestellt und erwarten von ihm ein klares, eindeutiges Zeichen:

>> Keine Zustimmung zur Novellierung des NABEG

Die Bürgerinitiative KIEBITZGRUNDaktiv arbeitet nach wie vor eng  mit dem Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SudLink (BBgS) zusammen. Da die Planungen zu SuedLink nach Einreichung der §8 NABEG Unterlagen bei der Bundesnetzagentur in die entscheidende Phases gehen, haben wir eine Zusammenfassung der wichtigsten Beteiligungsmöglichkeiten im weiteren Verfahren zusammengestellt:

>> Der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

Der Kiebitzgrund bleibt SuedLink frei

Beitragsbild: TenneT/Arge SuedLink – Infomarkt


Zurzeit veranstalten die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und Transnet BW Infomärkte entlang der geplanten SuedLink-Trasse. Auch in Fulda/Künzell konnte man Einsicht in die  aktuellen Planungsunterlagen nehmen und natürlich war KIEBITZGRUNDaktiv vor Ort, um sich über den neuesten Stand zu informieren. Nun steht fest: Nach vier arbeitsreichen Jahren, in denen wir zahlreiche Stellungnahmen bei TenneT, der Bundesnetzagentur (BNetzA) und den zuständigen Ministerien (Umwelt, Wirtschaft) eingereicht haben, können wir vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken. Wir haben alle Beteiligungsmöglichkeiten bei der Bundesfachplanung genutzt und keine Diskussionsplattform gescheut. Nun steht fest:

Der SuedLink wird nicht durch den Kiebitzgrund gebaut.

Auch der letzte Vorschlag für eine Trasse durch den Kiebitzgrund, der bei der Antragskonferenz in Fulda noch durch das Planungsbüro Bosch & Partner im Auftrag der Gemeinden Künzell, Petersberg und Eichenzell  eingereicht wurde, fand keine Zustimmung bei der BNetzA  und wird daher in den weiteren Planungen nicht mehr berücksichtigt. Somit bleiben neben dem Kiebitzgrund auch die Gemeinde Schlitz und das Fuldatal Trassen frei.

Allerdings trifft es die Gemeinde Burghaun nach wie vor im Trassensegment 102, das gegenüber dem Segment 103 (über Hünfeld) als besser geeignet eingestuft wird. Hier wird sich erst in den weiteren Planungsschritten herausstellen, welcher Korridorvorschlag von der BNetzA insgesamt – durch Thüringen oder durch Hessen – bevorzugt wird. Hierzu werden in aufwendigen Verfahren die jeweiligen Trassenabschnitte einander gegenübergestellt, zusammengefasst und bewertet, um am Ende eine umwelt- bzw. naturverträgliche und technisch realisierbare Trasse zu finden. Es besteht weiterhin die Möglichkeit Raumwiderstände bei der Bundenetzagentur bzw. TenneT schriftlich einzureichen oder über das Online-Planungstool  WebGIS auf der SuedLink-Website direkt einzugeben.

Im Moment haben wir zwar einen kleinen Etappensieg erreicht, aber weitere Stromnetzplanungen stehen im Raum. Der Ausbau des Verteilnetzes wird ebenfalls vorangetrieben und  geeignete Korridore für Freileitungen bereits gesucht. Der neue Wirtschaftsminister Peter Altmaier will den schnellen Stromnetzausbau zur „Chefsache“ erklären und dabei den Netzausbau weiter beschleunigen. Dazu soll es erneut Gesetzesanpassungen geben.

Auch wenn wir uns nun eine Arbeitspause gönnen,  werden wir die weiteren Pläne zum Stromnetzausbau aufmerksam verfolgen und uns weiterhin für den Kiebitzgrund einsetzen, damit die Region zukunftsfähig und für nachfolgende Generationen vor allem lebens- und liebenswert bleibt.

 

Bürgerinitiativen-Konvent am 24.03.2018 in Fulda

Der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) veranstaltet in Fulda einen Konvent zum Thema:

SuedLink / SuedOstLink / Ultranet
im Spannungsfeld von Energiewende, Politik und Netzausbau

Auch in der Region Fulda erhitzt das Thema „Neue Stromnetze“ weiterhin die Gemüter, denn seit im Rahmen der Bundesfachplanung (dem offiziellen Verfahren der Stromnetzplanung) neue Alternativen zum Trassenverlauf des SuedLink eingereicht wurden, sind auch Regionen in Osthessen in die Grobplanung einbezogen, die bisher nicht im offiziellen Untersuchungsrahmen lagen.
Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hält sich bedeckt, man will angeblich die Menschen nicht vorschnell beunruhigen, doch im Hintergrund werden Kommunalpolitiker bereits informiert, dass eine neue Betroffenheit in den Landkreisen Hersfeld/Rotenburg, Fulda aber auch im Vogelsberg  durchaus möglich sein könnte.

Die Energienetze der Zukunft verknüpfen aktiv alle Sektoren: Strom und Gas, Energie und Mobilität,  Prosumer(?) und Speicher.

Nur Durchleitung von Energie von A und B – das war einmal. Umso wichtiger ist es, dass sich Bürgerinnen und Bürger informieren. Die Energieversorgung in Deutschland wird sich in den nächsten Jahren gravierend verändern.  Der geplante Stromnetzausbau betrifft uns alle! Und: SuedLink ist erst der Anfang!
Wir, die Stromkunden und Steuerzahler, werden diesen Netzausbau bezahlen müssen. Wir, die betroffenen Bürgerinnen und Bürger, werden mit den gesundheitlichen Risiken und den massiven Eingriffen in Umwelt und Natur leben müssen.

Der BBgS versucht seit Jahren aktiv Einfluss auf die Netzpolitik  zu nehmen und ist bemüht Alternativen zu den großen HGÜ-Leitungen aufzuzeigen.

In zahlreichen Termingesprächen bei Politik, der Bundesnetzagentur und auch bei den Übertragungsnetzbetreibern vertritt der Verband die Interessen von vielen Bürgerinitiativen. Stellungnahmen werden eingereicht und die Mitglieder über den aktuellen Stand der Netzplanungen informiert. Es ist an der Zeit, dass wieder einmal ein gemeinsames Zeichen gesetzt wird. Nicht das St.-Florians-Prinzip („egal wo, Hauptsache nicht bei mir“) sollte dabei im Vordergrund stehen, sondern das gemeinsame Ziel, einen überdimensionierten Netzausbau zu Lasten der Bevölkerung zu verhindern. Verantwortungsvolles Handeln für nachhaltigen Klima- und Umweltschutz, das ist unsere Verpflichtung – das sind wir nachfolgenden Generationen schuldig.

KIEBITZGRUNDaktiv und die BI Fuldatal e.V. unterstützen daher den BBgS bei der Planung des Konvents in Fulda, der unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt, Dr. Heiko Wingenfeld steht. Gemeinsam fordern wir alle Bürgerinnen und Bürger auf mit uns ein Zeichen zu setzen, treffend nach dem Motto der BI Bergrheinfeld:

Wer kämpft, kann verlieren.
Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Wir sind nicht nur für die Dinge verantwortlich die wir tun, sondern auch für die, die wir nicht tun. Daher unser dringender Appell an alle:

Unterstützen Sie die Veranstalter des Konvents in Fulda durch Ihre Teilnahme!


Untersuchungsrahmen für SuedLink festgelegt

Beitragsbild: Thüringer Strombrücke Störfix/​Wikimedia Commons


 

Langsam kommt wieder Bewegung in den SuedLink-Kampf – oder besser gesagt in den SuedLink-„Krampf“. Die HGÜ-Trasse wird im aktuellen Planungs- bzw. Prüfverfahren  (Bundesfachplanung) in vier Abschnitte eingeteilt. Diese werden nun einzeln genauer betrachtet und bewertet. Mit der Festlegung des Untersuchungsrahmens für Abschnitt D, von Gerstungen bis Grafenrheinfeld,  hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) dem Übertragungsnetzbetreiber neue „Hausaufgaben“ gegeben, da im Zuge der Antragskonferenzen sowie in schriftlichen Stellungnahmen inzwischen weitere Alternativen eingereicht wurden. Für die betroffenen Kommunen beginnt erneut eine Zitterpartie, denn der endgültige Trassenverlauf ist noch lange nicht festgelegt. Thüringen? Hessen? Bayern? Es zeichnet sich bereits die nächste St.-Florians-Runde ab. „Untersuchungsrahmen für SuedLink festgelegt“ weiterlesen

Mogelpackung Stromtrassen

Ein kleiner Beitrag im HR Fernsehen – mit kritischem Blick auf den geplanten Netzausbau – gibt den Gegnern der großen HGÜ-Stromtrassen für sechs Minuten eine Plattform. Die positive Ressonanz – auch in den sozialen Medien – ist erstaunlich und gibt uns Mut, unsere Arbeit fortzuführen.

Quelle: http://www.hr-fernsehen.de und http://www.ardmediathek.de

Auch in der Talkshow von Markus Lanz wurde am selben Abend kurz über das Thema Stromnetzausbau gesprochen. Allerdings, was der Moderator da von sich gibt, ist nur auf stümperhafte Recherche oder – trotz gegenteiliger Behauptung – auf Desinteresse zurückzuführen. Und Schleswig-Holsteins Umweltminister Habeck hilft ihm auch noch dabei. Das ist unterverantwortlich!

„Mogelpackung Stromtrassen“ weiterlesen

Stellungnahme NEP 2017-2030 / 2. Entwurf

Bildquelle: BNetzA, Prüfbericht NEP 2030, 2.Entwurf


Allgemeine Stellungnahme zum Netzentwicklungsplan 2030 (2. Entwurf)

Durch den internationalen Klimavertrag von Paris und den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung sind politisch klare Richtlinien und Ziele formuliert worden, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Die Dekarbonisierung des Energiesystems voranzutreiben und dabei das Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ökonomie aufrecht zu erhalten wird die Kernaufgabe künftiger Klima- und Energiepolitik sein.

Die Integration von Strom aus erneuerbaren Energien in die Netzinfrastruktur erfordert neue Richtlinien und Maßnahmen in der Netzplanung. Da Stromnetze auf Erzeugung und nicht auf Bedarf ausgerichtet werden, gerät die Planung des Netzausbaus zunehmend aus den Fugen. Erschwerend kommt hinzu, dass auch der europäische Binnenmarkt und der damit einhergehende Stromhandel eine zunehmende Belastung für das Übertragungsnetz darstellt.

Da Netzausbau laut BNetzA kein „Wunschkonzert“ werden darf, muss sich dies auch auf die überzogenen Forderungen der ÜNB beziehen. Obwohl wir als Bürgerinitiative gegen SuedLink regelmäßig die Möglichkeiten zur Konsultation wahrnehmen, haben unsere Argumente, Einwände und Stellungnahmen anscheinend keinen Einfluss auf die Netzplanung. Solange Bürgerbeteiligung auf ein Anhörungsrecht beschränkt bleibt, werden wir den geplanten Netzausbau weder nachvollziehen können noch akzeptieren. Unsere Argumentation: „Stellungnahme NEP 2017-2030 / 2. Entwurf“ weiterlesen

SuedLink im offiziellen Genehmigungsverfahren

Bildquelle: Tennet TSO GmbH


Im März wurde von den Übertragungsnetzbetreibern TenneT und Transnet BW der Antrag für SuedLink eingereicht und die Bundesnetzagentur hat das offizielle Verfahren (die Bundesfachplanung) zur HGÜ-Trassenplanung mit den Antragskonferenzen eröffnet. In insgesamt fünf Abschnitten, von Brunsbüttel bis Großgartach (Vorhaben 3) bzw. von Wilster bis Grafenrheinfeld (Vorhaben 4), werden zahlreiche Veranstaltungen abgehalten, für Abschnitt D und C sind diese bereits abgeschlossen.

Die Tagesordnungen für die Antragskonferenzen sind identisch, je nach Betroffenheit der Region werden auch Konverter thematisiert, obwohl dazu im Rahmen der Bundesfachplanung noch keine Genehmigung erfolgt. Übertragungsnetzbetreiber müssen aber nachweisen, dass es innerhalb der vorgeschlagenen  Trassenkorridore geeignete Standortflächen für Konverter gibt.

Unser bisheriges Engagement gegen den SuedLink hat sich gelohnt, der Kiebitzgrund ist von den aktuellen Trassenplanungen nicht mehr betroffen. Dennoch verfolgen wir das Thema Netzausbau weiterhin mit viel Interesse, denn der 2. Entwurf zum Netzentwicklungsplan 2030 sollte bald zur Konsultation stehen und es sind Stromleitungen in Planung, die uns eventuell erneut betreffen könnten. Zurzeit konzentrieren wir uns aber auf unsere Arbeit für den Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS).  Im BBgS haben wir in den letzten Wochen und Monaten viele Termine wahrgenommen. Berlin, Bonn, Nürnberg, Wiesbaden, Frankfurt, Hannover, Stuttgart (um nur einige zu nennen) – immer wenn es um Bürgerbeteiligung und Mitspracherecht ging – wir waren dabei. Wir haben zahlreiche Stellungnahmen geschrieben und nie die Konfrontation gescheut. KIEBITZGRUNDaktiv bleibt auch als BI weiter bestehen.

Durch den gemeinsamen Widerstand konnten die Bürgerinitiativen  politische Vertreter/innen, Übertragungsnetzbetreiber und die Bundesnetzagentur zum Umdenken bewegen. Gesetze wurden aufgrund der länderübergreifenden Protestbewegung geändert, die Erdverkabelung bei HGÜ-Trassen ist inzwischen als Regelbauweise (mit wenigen Ausnahmen) vorgeschrieben.

Vielleicht könnte man dies als Etappenziel bezeichnen, aber im Vordergrund steht weiterhin das Gelingen der Energiewende. „SuedLink im offiziellen Genehmigungsverfahren“ weiterlesen

Bundesrechnungshof kritisiert BMWi – wir auch!

In den letzten Wochen war es in der öffentlichen Wahrnehmung rund um die Stromnetzplanung des Übertragungsnetzbetreibers TenneT ruhig geworden. Das Thema SuedLink erzeugt in den meisten Regionen nur noch schwachen Widerstand. Diejenigen, die noch direkt betroffen sind, wehren sich hauptsächlich mit Argumenten des Umweltschutzes, nur wenige hinterfragen noch den  Bedarf dieser HGÜ-Leitung. Obwohl auch der Kiebitzgrund von den aktuellen Erdkabelplanungen nicht mehr betroffen ist, bleibt unsere ablehnende Haltung gegen diese Stromautobahn weiter bestehen. Als Mitglied (auch im Vorstand) des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink, unterstützen wir nach wie vor all jene Bürgerinitiativen, die sich in den nächsten Wochen auf die Antragskonferenzen im Zuge der Bundesfachplanung vorbereiten müssen.

Umso bemerkenswerter (und erfreulicher) ist daher der aktuelle Bericht des Bundesrechnungshofes, der die Energiepolitik der Bundesregierung – und dabei vor allem die Arbeitsweise des zuständigen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) – äußerst scharf und präzise kritisiert. Mit diesem Bericht, der grundsätzlich den Fokus auf Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Bezahlbarkeit der Energiewende legt, werden all unsere Forderungen von höchst behördlicher Kontrollstelle bestätigt:

  • Es gibt keinen Überblick über die finanziellen Auswirkungen der Energiewende
  • Die organisatorische Umsetzung der Energiewende ist nicht nachvollziehbar, die verantwortlichen Ministerien arbeiten nicht koordiniert
  • Die Ziele der Energiewende sind nicht ausreichend definiert
  • Fördermittel werden weder effizient eingesetzt, noch erfolgt eine ausreichende Kontrolle über die Sinnhaftigkeit einzelner Maßnahmen.

Der Bundesrechnungshof bemängelt in seinem aktuellen Prüfbericht, dass das BMWi der Rolle als Gesamtkoordinator der Energiewende nicht gerecht wird, da ressortübergreifende aber auch interne Aufgaben des Ministeriums dabei nicht ausreichend aufeinander abgestimmt werden und auch die finanziellen Auswirkungen nicht erfasst sind. So werden Förderprogramme weder auf Effizienz noch auf Nutzen überprüft und die Kosten dadurch unnötig in die Höhe getrieben. Die unzureichende Zusammenarbeit mit den Ländern ist ein weiterer Kritikpunkt und stellt insgesamt ein hohes Risiko für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende dar, denn die Bezahlbarkeit ist ein wesentlicher Teil verantwortungsvoller Energiepolitik.

Die Energiewende ist unumkehrbar und daher wird es immer dringender, das Zielsystem zu optimieren. Ohne Projekt- und Prozessmanagement in der Verantwortung einer übergeordneten Institution wird dies nicht gelingen, das BMWi wird dieser Aufgabe nicht gerecht werden können.

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