{"id":820,"date":"2014-11-05T21:10:13","date_gmt":"2014-11-05T20:10:13","guid":{"rendered":"http:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/?p=820"},"modified":"2014-12-27T11:10:44","modified_gmt":"2014-12-27T10:10:44","slug":"widerstand-zwecklos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/?p=820","title":{"rendered":"Widerstand zwecklos?"},"content":{"rendered":"<p>Im November werden die B\u00fcrgerinitiativen gegen SuedLink zwei Tage lang in Fulda tagen, um gemeinsam Wege und M\u00f6glichkeiten zu suchen, gegen den \u00fcberdimensionierten\u00a0 Netzausbau vorzugehen und letztendlich in der geplanten Form zu verhindern. Denn viele Fragen stehen noch offen, auch wenn die Netzbetreiber im<a href=\"http:\/\/www.netzentwicklungsplan.de\/netzentwicklungsplan-2014-zweiter-entwurf\"> \u00fcberarbeiteten Netzentwicklungsplan 2014 <\/a>wieder den uneingeschr\u00e4nkten Bedarf der riesigen H\u00f6chststromleitungen durch Deutschland als erwiesen ansehen.<\/p>\n<p>Bundeswirtschafts- und Energieminister Gabriel scheint die Bedenken der Menschen immer noch nicht h\u00f6ren zu wollen. Kein Wort zum Protest entlang der geplanten SuedLink-Trasse, keine Anzeichen von Gespr\u00e4chsbereitschaft. Im Gegenteil, man versucht noch den Druck zu verst\u00e4rken um den Netzausbau schneller vorantreiben zu k\u00f6nnen. Laut\u00a0 Bericht in der <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/strom-103.html\">Tagesschau<\/a>\u00a0vom 04.11.2014 beklagt der Minister &#8222;irre Zust\u00e4nde&#8220; bei der Energiewende.<\/p>\n<p>Diese Aussage k\u00f6nnen wir uneingeschr\u00e4nkt best\u00e4tigen, auch wenn wir aus anderen Gr\u00fcnden\u00a0 zu diesem Schluss kommen. Denn wieder, nach angeblich erneuter Pr\u00fcfung des Netzentwicklungsplans f\u00fcr die n\u00e4chsten 10 Jahre durch die Netzbetreiber, werden auch Alternativen zu den geplanten Leitungen vorgestellt. Und es gibt &#8211; wie nicht anders erwartet &#8211;\u00a0 wieder Protest. Energiewende wird zwar immer als Grund f\u00fcr SuedLink und Co. angef\u00fchrt, aber der <a href=\"http:\/\/www.stromautobahn.de\/der-stromhandel-wird-im-netzentwicklungsplan-bestaetigt\">Stromhandel mit unseren Nachbarstaaten<\/a> steht in der Dringlichkeitsstufe zum Netzausbau an erster Stelle.<\/p>\n<p>Immer weiter werden \u00c4ngste gesch\u00fcrt, Drohungen ausgesto\u00dfen, die Verzweiflung der Menschen mit F\u00fc\u00dfen getreten. Egal welche Entscheidungen zum Netzausbau getroffen werden &#8211; Die Rechnung bezahlt das Volk. Nicht die, die den Strom so dringend brauchen, die energieintensiven Wirtschaftszweige, die Industrie und auch nicht die Netzbetreiber. Das wahre Gesicht derer, die angeblich uns Menschen verpflichtet sind, tritt immer klarer in den Vordergrund. Negativschlagzeilen sollen Unruhe stiften und Zweifel wecken. Alternativen werden lapidar mit &#8222;zu teuer&#8220; abgetan. Es wird offen zum Ausdruck gebracht, wie genervt man \u00fcber den Protest der Widerst\u00e4ndler ist, ohne sich seiner eigenen Verantwortung zu stellen. Doch wann findet endlich eine faire Diskussion auch \u00fcber Alternativl\u00f6sungen zu den gigantischen Strommasten statt?<\/p>\n<p>Geld regiert die Welt. \u00dcber Investitionskosten wird gerne gesprochen, wieviele Milliarden aber durch uns einfache Leute \u00fcber immer weiter steigende Strompreise erwirtschaftet werden, das erscheint h\u00f6chstens in einer Randnotiz. Alles, jede einzelne Entscheidung der Regierung, ob zum Netzausbau, zur EEG-Umlage, die fr\u00fchzeitige Abschaltung der Atomkraftwerke, die Verfahrensklagen, ja sogar die Risiken werden mit unsern Steuergeldern und Beitr\u00e4gen finanziert. Nur Bedenken d\u00fcrfern wir nicht anmelden, auch wenn es um unsere Gesundheit, unsere Lebensgrundlagen, unsere Zukunft geht. Die Netzbetreiber haben einzig und allein das Gesch\u00e4ft im Blick und sie werden den Druck weiter verst\u00e4rken, denn bekanntlich ist ja Zeit Geld. Aber auch sie sollten ihre Hausaufgaben gr\u00fcndlich machen und die Verz\u00f6gerungen, die es bisher beim Netzausbau gerade auch im Offshorebereich gegeben hat, waren nicht dem Protest der Menschen geschuldet, sondern dem eigenen Versagen.<\/p>\n<p>Die B\u00fcrgerinitiativen werden weiterk\u00e4mpfen und der Widerstand gegen SuedLink wird immer gr\u00f6\u00dfer werden. Wir werden alle M\u00f6glichkeiten des Einspruchs aussch\u00f6pfen und \u00dcberzeugungsarbeit auch dort leisten, wo die Menschen nicht direkt von der Trasse betroffen sind. Denn die Energiewende wird in Zukunft noch ganz andere Ausw\u00fcchse annehmen und keiner schert sich um diejenigen, die mit den Folgen zu k\u00e4mpfen haben.<\/p>\n<blockquote><p>Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die B\u00fcrgerinitiativen, die durch ihren Protest die Politik zum Nachdenken anregen wollen, als Schuldige f\u00fcr die Verz\u00f6gerung der Energiewende abzustempeln ist geradezu l\u00e4cherlich, denn wir versuchen jeden Tag eine vertr\u00e4gliche L\u00f6sung f\u00fcr alle Menschen in diesem Land zu finden. Nur am Pseudo-Dialog scheitert die konstruktive Zusammenarbeit.\u00a0 Die zentrale Frage ist nach wie vor nicht das OB, sondern das WIE beim Netzausbau. Landkreise und Gemeinden m\u00fcssen ein Mitspracherecht bei der Trassenf\u00fchrung und der Umsetzung der Projekte haben, sonst wird es keine Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung geben.<\/p>\n<p>Die Lokalpresse schreibt\u00a0 zwar zum Thema Netzausbau, aber es werden uns in allen Medien die gleichen Inhalte vermittelt. Eine eigene Hintergrundrecherche, die\u00a0engagierte journalistische Arbeit n\u00e4mlich auszeichnet, w\u00e4re f\u00fcr uns Leser und Lerserinnen aufschlussreicher und in der Meinungsbildung hilfreicher. Dazu geh\u00f6rt auch, dass man diejenigen zu Wort kommen l\u00e4sst, die berechtigte Zweifel zum Projekt SuedLink anmelden und auch begr\u00fcnden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im November werden die B\u00fcrgerinitiativen gegen SuedLink zwei Tage lang in Fulda tagen, um gemeinsam Wege und M\u00f6glichkeiten zu suchen, gegen den \u00fcberdimensionierten\u00a0 Netzausbau vorzugehen und letztendlich in der geplanten Form zu verhindern. 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