{"id":3201,"date":"2016-04-21T14:24:02","date_gmt":"2016-04-21T12:24:02","guid":{"rendered":"http:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/?p=3201"},"modified":"2017-10-31T15:47:33","modified_gmt":"2017-10-31T14:47:33","slug":"macht-und-machenschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/?p=3201","title":{"rendered":"Macht und Machenschaften"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Beitragsbild &#8211; Grafik: <a href=\"http:\/\/www.sfv.de\/artikel\/bundesregierung_bremst_die_energiewende_auch_durch_buerokratie-schikanen.htm\"><span style=\"color: #999999;\">&#8222;copyright: sfv \/ mester&#8220;<\/span><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die politische Situation in Deutschland ist angespannt. Die etablierten Parteien verlieren immer weiter an Zuspruch und regierungsf\u00e4hige Koalitionen lassen sich nur unter gr\u00f6\u00dfter Kompromissbereitschaft der unterschiedlichsten politischen Partner bilden. In diese Zeit der zunehmenden Instabilit\u00e4t fallen nun die richtungsweisenden Entscheidungen zur k\u00fcnftigen Energiepolitik in Deutschland.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mit Einf\u00fchrung der Gleichstromtechnik sollen weite \u00dcbertragungswege erm\u00f6glicht werden und man hat den internationalen Strommarkt, in dessen Herzen &#8211; als &#8222;Verteilerstation&#8220; &#8211; Deutschland liegt, fest im Blick.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 41 Mitglieder im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verband_Europ%C3%A4ischer_%C3%9Cbertragungsnetzbetreiber\"><b>Verband Europ\u00e4ischer \u00dcbertragungsnetzbetreiber<\/b><\/a> (ENTSO-E) haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die Anbindung der Stromnetze von Lybien \u00fcber Syrien und Russland bis nach Europa. Aus technischen Gr\u00fcnden sind die einzelnen Verbundnetze noch nicht direkt miteinander verbunden. Doch Gleichstromtrassen &#8211; allen voran der SuedLink &#8211; sollen k\u00fcnftig den reibungslosen Austausch bzw. Handel mit Energie erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ENTSO-E plant bis ins Jahr 2020 \u00fcber 42.000 neue Stromleitungskilometer in ganz Europa zu bauen. Die Bundesregierung unterst\u00fctzte diese Bestrebungen durch das im Jahr 2011 in Kraft getretene\u00a0Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG). Bereits in \u00a71 wird verdeutlicht, dieses Gesetz dient der Beschleunigung des Ausbaus der l\u00e4nder\u00fcbergreifenden und grenz\u00fcberschreitenden H\u00f6chstspannungsleitungen, die angeblich &#8222;aus Gr\u00fcnden eines \u00fcberragenden \u00f6ffentlichen Interesses&#8220; erforderlich sind. Ein Trugschluss wer denkt, Energie w\u00fcrde dadurch f\u00fcr uns Verbraucher g\u00fcnstiger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein gigantischer Netzausbau, bezahlt\u00a0 von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, durch steigende Netzentgelte, steigende Strompreise, steigende Steuern, steigende Subventionen und in der Folge auch steigende EEG-Umlagen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man versucht zwar das Augenmerk auf die Energiewende\u00a0 und die Integration der Erneuerbaren Energien zu lenken, doch es wird immer offensichtlicher, dass der Handel mit allen zur Verf\u00fcgung stehenden Energieformen &#8211; auch fossiler und atomarer &#8211; die Triebfeder der aktuellen Netzplanungen ist. Denn die Energiepolitik der 34 Staaten, die in diesem Verbund der \u00dcNB vertreten werden, k\u00f6nnte nicht unterschiedlicher sein. Die Akzeptanz der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Erneuerbare Energien wird f\u00fcr eigenn\u00fctzige Machenschaften missbraucht, die Platzhirsche ziehen sich ein gr\u00fcnes M\u00e4ntelchen an.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es herrscht eine gewaltige Unruhe bei den gro\u00dfen Energiekonzernen <a href=\"http:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/170384\/umfrage\/umsatz-der-groessten-energieversorger-in-deutschland\/\">(RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall)<\/a>, denn\u00a0 die rasante Entwicklung der Erneuerbaren Energien wurde gro\u00dfteils untersch\u00e4tzt. Kleine, dezentrale Energiekonzepte mit regionaler Wertsch\u00f6pfung passen nicht zum Gesch\u00e4ftsmodell der gro\u00dfen Marktf\u00fchrer\u00a0 und so versucht man politische Entscheidungen zu erzwingen, die diesen Prozess verlangsamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Bundesregierung besticht durch Konzeptlosigkeit und wird trotz gigantischer Subventionierungen von Industrie und Wirtschaft mit der Androhung von Arbeitsplatzabbau erpresst.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausbauziele f\u00fcr Erneuerbare Energien werden reguliert und eingeschr\u00e4nkt, <a href=\"http:\/\/www.bund-naturschutz.de\/uploads\/tx_news\/PM-034-16_Retten_Sie_den_Klimaschutz_-_Appell_an_Ministerpr%C3%A4sident_Seehofer.pdf\">das EEG<\/a> wird immer wieder abge\u00e4ndert und t\u00fcrmt sich inzwischen zu einem b\u00fcrokratischen Hindernis auf, das mit jeder Novellierung den Anreiz f\u00fcr den Anlagenbau vermindert. Die finanzielle <a href=\"http:\/\/www.sfv.de\/artikel\/bundesregierung_bremst_die_energiewende_auch_durch_buerokratie-schikanen.htm\">F\u00f6rderung von Solaranlagen<\/a> aber auch von Biomasseanlagen ist inzwischen von weitreichenden Einschr\u00e4nkungen betroffen und Investoren werden zunehmend verunsichert. Neue Ausschreibungsverfahren verzerren den Wettbewerb und Kleinanlagenbetreiber werden vom Markt verdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">RWE und E.ON \u00fcberlassen die Altlasten aus Kohle- und Atomzeiten den Steuerzahlern und spalten ihre Konzerne in der Hoffnung, so auf der &#8222;gr\u00fcnen Welle&#8220; mitschwimmen zu k\u00f6nnen und ihre Monopolstellung k\u00fcnftig auch bei den Erneuerbaren zu behaupten.\u00a0Die Macht des Geldes hatte in den vergangenen Jahrzehnten\u00a0 viele Kommunen in <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Kommunen-schlucken-Dividenden-Kroete-article17515976.html\">die Abh\u00e4ngigkeit zu den gro\u00dfen Stromversorgern<\/a> getrieben, jetzt &#8211; \u00a0wie im Fall von RWE &#8211;\u00a0 kommt das b\u00f6se Erwachen. <a href=\"http:\/\/www.klimaretter.info\/energie\/hintergrund\/21076-schweden-weg-mit-dem-elend\">Vattenfall<\/a> verkauft seine Braunkohlekraftwerke an einen tschechischen Energieversorger und der deutsche Bundeswirtschaftsminister sch\u00fcttelt derweil in <a href=\"http:\/\/www.swp.de\/ulm\/nachrichten\/wirtschaft\/Marokko-wartet-auf-deutsche-Investitionen;art4325,3794293\">Marokko<\/a> seinem Amtskollegen die Hand und lobt die planvolle Energiewende des Landes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Davon kann in Deutschland leider keine Rede mehr sein. Bundesminister Gabriel zeichnet durch vielfache Fehlentscheidungen f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Irrungen und Verwirrungen verantwortlich. Gro\u00dfkonzerne, die ein lukratives Gesch\u00e4ft mit der Energiewende wittern, bauen ihren Einfluss immer weiter aus und verst\u00e4rken den Druck auf die Politik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachhaltigkeit und Klimaschutz lassen sich mit Profit und Ausbeutung nicht vereinbaren.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">RWE will hierzulande heuchlerisch &#8222;voRWEggehen&#8220;, beteiligt sich gleichzeitig am<a href=\"http:\/\/www.klimaretter.info\/service\/aktion-des-monats\/20947-aktion-des-monats-april-2016\"> Raubbau an der Natur,<\/a> weltweit. In Amerika werden ganze Bergkuppen zur Rohstoffgewinnung gesprengt, Seen und Fl\u00fcsse mit Chemikalien aus dem Steinkohleabbau vergiftet (was von der Deutschen Bank mit gro\u00dfz\u00fcgigen Krediten unterst\u00fctzt wird), die dreckige Kohle wird anschlie\u00dfend auch nach Deutschand exportiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro\u00dfe \u00dcbertragungsleitungen (als Freileitung oder als Erdkabel) dienen gro\u00dfen Konzernen. Die Versorgungssicherheit mit Strom kann hingegen nur durch ein gut ausgebautes\u00a0 Verteilnetz gew\u00e4hrleistet werden. Es bietet alle Vorz\u00fcge zur Integration der Erneuerbaren Energien,\u00a0 erm\u00f6glicht regionale Wertsch\u00f6pfung und stellt gleichzeitig durch intelligente Vernetzung die bestm\u00f6gliche Absicherung gegen terroristische \u00dcbergriffe dar, die man\u00a0 leider auch in Deutschland bef\u00fcrchten muss. Darauf sollte unser Augenmerk verst\u00e4rkt gerichtet sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Filme wie \u201ePower to Change\u201c, &#8222;Die gro\u00dfe Stroml\u00fcge&#8220;, oder &#8222;Leben mit der Energiewende&#8220;\u00a0 kl\u00e4ren auf und geben gleichzeitig Hoffnung.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00f6rderprogramme st\u00e4rken alternative Ans\u00e4tze und es wird auf Hochtouren geforscht und entwickelt. Die fossilen Brennstoffe werden mit der Zeit vom Markt verschwinden, Atomenergie wird keine Akzeptanz mehr finden. Wir m\u00fcssen jedoch darauf achten, dass die Chancen f\u00fcr eine b\u00fcrgerfreundliche Energiewende\u00a0 nicht dem Profitstreben der Gro\u00dfkonzerne geopfert werden. Daher geben <a href=\"http:\/\/bundesverband-gegen-suedlink.de\/\">B\u00fcrgerinitiativen gegen SuedLink<\/a> der \u00d6ffentlichkeit eine kritische Stimme und hinterfragen politische Entscheidungen. Gemeinsam k\u00f6nnte dabei Gutes gelingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitragsbild &#8211; Grafik: &#8222;copyright: sfv \/ mester&#8220; Die politische Situation in Deutschland ist angespannt. Die etablierten Parteien verlieren immer weiter an Zuspruch und regierungsf\u00e4hige Koalitionen lassen sich nur unter gr\u00f6\u00dfter Kompromissbereitschaft der unterschiedlichsten politischen Partner bilden. 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