{"id":2610,"date":"2015-09-01T18:19:08","date_gmt":"2015-09-01T16:19:08","guid":{"rendered":"http:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/?p=2610"},"modified":"2017-11-04T17:21:03","modified_gmt":"2017-11-04T16:21:03","slug":"muss-der-strompreis-steigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/?p=2610","title":{"rendered":"Muss der Strompreis steigen?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Geld regiert die Welt&#8220;, diesen landl\u00e4ufigen Spruch kennen wir alle und das Thema Energiewende wird hierbei nicht ausgeklammert. W\u00e4hrend das politische Berlin in der Sommerpause zum Thema mehr oder weniger schweigt, bem\u00fchen sich Stromkonzerne und \u00dcbertragungsnetzbetreiber um mediale Pr\u00e4senz und versuchen <a href=\"http:\/\/www.swp.de\/ulm\/nachrichten\/wirtschaft\/Wenn-sich-der-Strom-im-Netz-staut;art4325,3391847\">\u00c4ngste vor steigenden Strompreisen<\/a> zu sch\u00fcren. \u00c4u\u00dferungen, die die Versprechungen der Koalitionsspitzen bzgl. Vorrang f\u00fcr Erdverkabelung bei HG\u00dc-Trassen schrittweise aushebeln k\u00f6nnten, zielen in dieselbe Richtung, denn auch hier werden immer wieder die angeblich h\u00f6heren Kosten angef\u00fchrt.\u00a0 \u00bbBei der B\u00fcndelung von Leitungen hat eine Erdverkabelung keinen Vorrang\u00ab, sagte <a href=\"http:\/\/www.westfalen-blatt.de\/OWL\/Lokales\/Kreis-Hoexter\/Hoexter\/2086153-Suedlink-verliefe-bei-Buendelung-mit-Bestandstrassen-doch-oberirdisch-Kein-Vorrang-fuer-Erdkabel\">Sprecher Fiete Wulff <\/a>von der Bundesnetzagentur und tr\u00e4gt somit ebenfalls zu Irritationen bei. Was wird hier hinter dem R\u00fccken der \u00d6ffentlichkeit gespielt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der vom Bundeswirtschaftsministerium bezahlte (Millionen verschlingende) B\u00fcrgerdialog geht in die n\u00e4chste Runde, neue Termine werden von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die sich gro\u00dfmundig als Moderator im B\u00fcrgerdialog bezeichnet, angek\u00fcndigt und es verwundert nicht, dass auch die Fa. TenneT auf ihrer Internetseite diese Veranstaltungen ank\u00fcndigt. Der \u00dcbertragungsnetzbetreiber, der \u00fcber die K\u00f6pfe der Bev\u00f6lkerung hinweg mit einem Pseudo-B\u00fcrger-Dialog den Unmut von B\u00fcrgerinitiativen, Kommunen, L\u00e4ndern, sogar der Bundesnetzagentur und vielen Politikern auf sich gezogen hatte &#8211; daf\u00fcr aber vielleicht noch einen <a href=\"http:\/\/www.verbaende.com\/news.php\/Exzellentes-Projektmanagement-Deutscher-Project-Excellence-Award-2015-Finalisten-stehen-fest?m=105334\">Preis f\u00fcr exzellentes Projektmanagement <\/a>erhalten soll! &#8211; steht jetzt wieder in der ersten Reihe. Seite an Seite mit DUH,\u00a0 BNetzA und Bundeswirtschaftsministerium will man uns die Strom-Welt erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.buergerdialog-stromnetz.de\/sites\/default\/files\/20150914_bds_einladung_bueko_fulda_kosten_fuer_netzausbau_und_energiewende_0.pdf\">\u201eB\u00fcrgerdialog Stromnetz\u201c: Konferenz \u201eKosten f\u00fcr Netzausbau und Energiewende\u201c<\/a> &#8211; so das Thema der Veranstaltung in Fulda.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was kostet unser Strom? Die Energiewende als Preistreiber? Aussagekr\u00e4ftige und vor allem realistische Antworten auf diese Fragen zu geben f\u00e4llt schwer, denn <!--more-->nicht alle Kostenfaktoren sind gesondert in unserer Stromrechnung verzeichnet. Die transparent aufgef\u00fchrte F\u00f6rderung der erneuerbaren Energien durch die EEG-Umlage wird zum Kritikpunkt in vielen Diskussionen. Doch wie verh\u00e4lt es sich mit den Kosten der konventionellen Stromerzeugung? Kohlekraftwerke belasten die Umwelt, verursachen Treibhausgase und durch Feinstaub Gesundheitskosten in ungeahnter H\u00f6he. Im Jahr 2013 (Quelle: Statistisches Bundesamt) wurden 50,6\u00a0Millionen Tonnen Steinkohle im Wert von 4,1 Milliarden Euro nach Deutschland eingef\u00fchrt. F\u00fcr Atomm\u00fcll ist die Endlagerung bis heute weder geregelt noch wei\u00df man, wer hier letztendlich \u00fcber Generationen hinweg die Kosten \u00fcbernehmen wird. Denn, nachdem sie\u00a0 jahrelang Milliardengewinne verzeichnen konnten, versuchen sich die gro\u00dfen Stromkonzerne nun aus der Verantwortung zu stehlen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wird beispielsweise ein Endlager f\u00fcr radioaktive Abf\u00e4lle f\u00fcr eine Million Jahre betrieben und \u00fcberwacht werden m\u00fcssen, und die Grubenwasserhaltung in ehemaligen Steinkohlebergbaugebieten verursacht so genannte \u201eEwigkeitskosten\u201c. Die konventionellen Energietr\u00e4ger werden daher mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft auch ohne einen Beitrag zur Stromerzeugung Kosten verursachen, die finanziert werden m\u00fcssen. <a href=\"http:\/\/www.greenpeace-energy.de\/uploads\/media\/Greenpeace_Energy_Was_Strom_wirklich_kostet_2015.pdf\">(Quelle: <em>Greenpeace Energy)<\/em><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.bafa.de\/bafa\/de\/energie\/besondere_ausgleichsregelung_eeg\/publikationen\/bmwi\/eeg_hintergrundpapier_2015.pdf\">Die EEG-Umlage<\/a> muss von allen privaten Stromverbrauchern entrichtet werden und macht derzeit ca. 22% der gesamten Stromkosten aus. <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/eeg-umlage-diese-firmen-profitieren-vom-oekostrom-rabatt-1.1886240\">Viele Industriebetriebe sind von dieser Abgabe befreit<\/a>, doch dadurch werden Privathaushalte immer mehr belastet. <strong>2.180 Unternehmen<\/strong> und <strong>2.901 beg\u00fcnstigte Abnahmestellen<\/strong> profitieren von der Umlagebefreiung und wurden laut Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, <a href=\"http:\/\/www.bafa.de\/bafa\/de\/energie\/besondere_ausgleichsregelung_eeg\/publikationen\/bmwi\/eeg_hintergrundpapier_2015.pdf#page=23\"><strong>um \u00fcber 5 Milliarden Euro entlastet<\/strong><\/a>! Dies entspricht einer\u00a0 <strong>privilegierten Strommenge von 107.302 Gigawattstunden<\/strong>! Obwohl die EU darin eine Wettbewerbsverzerrung gegen\u00fcber anderen Staaten sieht und die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit dieser Beg\u00fcnstigungen pr\u00fcft, das Bundeswirtschaftsministerium h\u00e4lt an dieser Regelung fest und es ist nicht verwunderlich, dass sich die Zahl der Antragssteller (Unternehmen und Abnahmestellen) innerhalb von drei Jahren von 1.941<strong> auf 5.865 erh\u00f6ht<\/strong> hat! F\u00fcr Gewerbe, Handel, Dienstleistungsbetriebe, \u00f6ffentliche Stellen und private Haushalte bedeutet dies eine entsprechende Mehrbelastung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Strompreis zwar nicht sichtbar, aber auch die konventionellen Energietr\u00e4ger (Atom, Steinkohle und Braunkohle) profitieren\u00a0seit Jahrzehnten in erheblichem Umfang von <a href=\"http:\/\/grid.stromhaltig.de\/zinsuhr.php#subvention\">staatlichen F\u00f6rderungen.<\/a> Die Greenpeace Energy\u00a0 Studien werden immer wieder aktualisiert und zeigen die wahren Stromkosten auf:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ergebnis hat Steinkohle mit insgesamt 327 Mrd. Euro (real) von der gr\u00f6\u00dften Gesamtsumme an staatlichen F\u00f6rderungen profitiert, gefolgt von Atomenergie mit rund 219 Mrd. Euro. Erneuerbare Energien profitieren erst seit Mitte\/Ende der 1990er Jahre von nennenswerten F\u00f6rderungen, so dass die gesamte F\u00f6rdersumme der erneuerbaren Energien mit rund 102 Mrd. Euro die hohen Werte von Atomenergie und Steinkohle bei Weitem unterschreitet. Erneuerbare Energien haben erst nach 15 Jahren EEG den vermeintlich subventionsfreien Energietr\u00e4ger Braunkohle (95 Mrd. Euro) eingeholt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die externen Kosten von Kohle, Erdgas und erneuerbaren Energien wird auf die Ergebnisse der Methodenkonvention des Umweltbundesamtes (UBA) zur\u00fcckgegriffen und auf den Preisstand 2014 umgerechnet. Danach betragen die externen Kosten der Stromproduktion aus Steinkohle 9,5 Ct\/kWh, aus Braunkohle 11,5 Ct\/kWh, aus Erdgas 5,2 Ct\/kWh, aus Wind 0,3 Ct\/kWh, aus Wasser 0,2 Ct\/kWh und aus Photovoltaik 1,3 Ct\/kWh.\u00a0(<em>Studie\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.greenpeace-energy.de\/uploads\/media\/Greenpeace_Energy_Was_Strom_wirklich_kostet_2015.pdf\">2015<\/a><\/em>)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kundenservice-energie.de\/index.php?id=strompreis\">Unser Strompreis<\/a> setzt sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen, neben der eigentlichen Stromerzeugung sind drei weitere gro\u00dfe Bereiche ma\u00dfgeblich:<\/p>\n<ul>\n<li>Wettbewerbsanteil (Beschaffungs- und Vertriebskosten)<\/li>\n<li>regulierter Anteil (Netznutzungsentgelte)<\/li>\n<li>gesetzlicher Anteil (Steuern, Abgaben, Umlagen)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/leipziger-stromboerse-strompreisbildung-ohne-aufsicht-1582479.html\">Die Energieb\u00f6rse in Leipzig<\/a>, an der der deutsche Strom gehandelt wird, unterliegt keiner beh\u00f6rdlichen Aufsicht und so wurde schon vor Jahren der Vorwurf laut, die gro\u00dfen Stromkonzerne EON, RWE, EnBW und Vattenfall w\u00fcrden den Preis manipulieren. W\u00e4hrend an der B\u00f6rse die Strompreise fallen, m\u00fcssen Privatkunden immer tiefer in die Tasche greifen. Insiderhandel und mangelnde Kontrolle verleiten zu Missbrauch und so liegt es nahe, auch hier einen Grund f\u00fcr steigende Strompreise zu suchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Netznutzung, Konzessionsabgabe, Mehrwertsteuer, Stromsteuer &#8211; viele Abgaben von denen stromintensive Unternehmen vielfach befreit oder durch Sonder-Umlagen beg\u00fcnstigt sind &#8211; die Privathaushalte zahlen u.a. diese Privilegien mit. Die Einnahmeeinbu\u00dfen der Bundesnetzagentur durch diese Verg\u00fcnstigungen bis zu Kosten f\u00fcr Verz\u00f6gerungen bei der Netzanbindung, die Endverbraucher werden zur Kasse gebeten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht die Energiewende ist der Strompreistreiber, sondern die Bedienmentalit\u00e4t der Gro\u00dfkonzerne und deren Erf\u00fcllungsgehilfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Geld regiert die Welt&#8220;, diesen landl\u00e4ufigen Spruch kennen wir alle und das Thema Energiewende wird hierbei nicht ausgeklammert. W\u00e4hrend das politische Berlin in der Sommerpause zum Thema mehr oder weniger schweigt, bem\u00fchen sich Stromkonzerne und \u00dcbertragungsnetzbetreiber um mediale Pr\u00e4senz und versuchen \u00c4ngste vor steigenden Strompreisen zu sch\u00fcren. \u00c4u\u00dferungen, die die Versprechungen der Koalitionsspitzen bzgl. 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