{"id":1339,"date":"2015-02-19T12:17:27","date_gmt":"2015-02-19T11:17:27","guid":{"rendered":"http:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/?p=1339"},"modified":"2015-03-19T09:23:05","modified_gmt":"2015-03-19T08:23:05","slug":"energiewende-schon-am-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/?p=1339","title":{"rendered":"Energiewende, schon am Ende?"},"content":{"rendered":"<p>Der Umstieg auf Erneuerbare Energien stellt Deutschland vor gewaltige Aufgaben. Eine Energiewende ohne Plan und Ziel versch\u00e4rft die Situation und bringt Wirtschafts- und Energieminister Gabriel erheblich in Bedr\u00e4ngnis. Der Unmut in der Bev\u00f6lkerung verst\u00e4rkt sich zunehmend und wen wundert es da,\u00a0wenn immer mehr Menschen auf die Stra\u00dfe gehen und demonstrieren. Weder beim geplanten Ausbau der Windkraft in Hessen (Demo in Fulda am 28.02.2015), noch bei den Planungen zu den Megastromtrassen (Demo in Fulda am 06.03.2015) durch unser Land ist ein schl\u00fcssiges, nachvollziehbares und vor allem zukunftsgerichtetes Konzept erkennbar.<\/p>\n<p>F\u00fcr SuedLink hat die Bundesnetzagentur gerade heute (Beitrag in <a href=\"http:\/\/osthessen-news.de\/n11500473\/suedlink-antrag-schuss-vor-den-bug-f%C3%BCr-tennet-und-fachliche-ohrfeige.html\">Osthessen News 19.02.2015<\/a>) wieder ein deutliches Zeichen gesetzt: <a href=\"http:\/\/www.netzausbau.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Vorhaben\/BBPlG\/04\/Statement.pdf?__blob=publicationFile\"><strong>Der Antrag von TenneT wurde in der jetzigen Form abgelehnt.<\/strong><\/a> Dies ist ein Teilerfolg des B\u00fcrgerprotestes der verdeutlicht, man kann sich Geh\u00f6r verschaffen und man kann etwas bewirken, indem man mit handfesten Argumenten \u00fcberzeugt. Verfolgt man jedoch zeitgleich im Fernsehen (<a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/fernsehen\/sendungen\/index.jsp?rubrik=70688&amp;xtmc=Schlossplatz%201&amp;xtcr=1\">HR Schlossplatz 1 &#8211; Sendung vom 18.02.2015<\/a>) die politische Diskussion zum Thema, muss man staunend erkennen, dass gerade SPD und B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN immer noch am B\u00fcrgerwillen vorbei Entscheidungen erzwingen wollen, ohne auch nur im Ansatz verstanden zu haben, worum es eigentlich geht. Nichts scheint sich in den K\u00f6pfen von Herrn Sch\u00e4fer-G\u00fcmbel und Frau Dorn in den letzten Wochen bewegt zu haben. Mit den vagen Aussagen zu verbindlichen Abstandsregelungen und dem Spruch\u00a0 &#8222;Windstrom aus dem Norden muss nach Bayern gebracht werden&#8220; kann man heute nicht mehr punkten. Zuviele Fakten lassen inzwischen die wahren Hintergr\u00fcnde dieser Politik erkennen &#8211; und diese haben weder mit Energiewende, noch mit gesicherter Stromversorgung in Deutschland zu tun.<\/p>\n<p>Vattenfall will seine Kohlekraftwerke absto\u00dfen, E.ON trennt sich von Atomkraft, Kohle und Gas. Die gro\u00dfen Energieversorger wollen sich auf die Erneuerbaren Energien konzentrieren um zukunftsf\u00e4hig zu bleiben. In anderen Worten, etwas \u00fcberspitzt ausgedr\u00fcckt, die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Und die Altlasten? &#8211; Nun, wir ahnen bereits, wer auf denen sitzen bleiben wird, denn die Folgen des deutschen Atomausstiegs sind\u00a0 Streitpunkt vor dem m\u00e4chtigsten Schiedsgericht der Welt, ICSID in Washington, wo Vattenfall &#8211; und <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/eon-neuausrichtung-101.html\">auch E.ON<\/a> &#8211; gegen die Bundesregierung klagen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230;Exakt <strong><span class=\"nowrap\">4 675 903 975,32<\/span> Euro<\/strong> fordern die Schweden von der Bundesregierung zur\u00fcck &#8211; zuz\u00fcglich vier Prozent Zinsen &#8211; weil der Bund nach der Katastrophe von Fukushima die Pannenkraftwerke Kr\u00fcmmel und Brunsb\u00fcttel wegen Sicherheitsbedenken aus dem Verkehr zog. Die Schweden. So dachte es bislang jedenfalls die deutsche \u00d6ffentlichkeit &#8211; und so dachten auch weite Teile der deutschen Politik. Denn f\u00fcr die Details der Klage von Vattenfall gilt in Deutschland h\u00f6chste Geheimhaltungsstufe. Nicht mal Parlamentarier bekommen die Unterlagen zu Gesicht. Au\u00dfer Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und einigen Beamten seines Ministeriums kennt kaum jemand die ganzen Ausma\u00dfe des\u00a0Rechtsstreits&#8230;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/umstrittene-milliardenklage-eon-und-vattenfall-machen-gemeinsame-sache-bei-atomklage-1.2189880\"><span style=\"color: #999999;\"><em>(Quelle: sueddeutsche.de<\/em>)<\/span><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/millionenforderung-von-rwe-bouffier-weist-verantwortung-fuer-schadenersatzklage-zurueck-13373414.html\">RWE fordert Schadensersatz in Millionenh\u00f6he<\/a> wegen der vorzeitigen Abschaltung des Atomkraftwerkes Biblis und obwohl Ministerpr\u00e4sident Volker Bouffier alle Vorw\u00fcrfe zur\u00fcckweist durch ein Schreiben an den ehemaligen RWE Chef diese Schadensersatzklage erst erm\u00f6glicht zu haben, die ehemaligen AKW Betreiber wollen aus dem angeordneten vorzeitigen Atomausstieg den letzten Profit herausschlagen. Auch wenn aus dem Bundesministerium verlautet wird:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eBerechtigte Anspr\u00fcche der AKW-Betreiber gegen den Bund verm\u00f6gen wir jedenfalls nicht zu erkennen\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>werden die gro\u00dfen Energiekonzerne alles daran setzen sich ihrer Verpflichtungen zu entziehen. Die Kosten der Endlagerung von Atomm\u00fcll \u00fcbersteigen unsere Vorstellungskraft und die alleinige Verantwortung die uns daf\u00fcr aufgeb\u00fcrdet werden soll, ist fast nicht zu schultern.<\/p>\n<p>Und dennoch versucht Wirtschaftsminister Gabriel alles um den Weg f\u00fcr die M\u00e4chtigen dieser Welt zu ebnen, wie erst k\u00fcrzlich durch die Reform des EEG 2014 geschehen. Selbst in den eigenen Reihen kritisch beurteilt, empfindet man sein Auftreten in der \u00d6ffentlichkeit teilweise als arrogant und herablassend und kann sich die Beratungsresistenz nicht erkl\u00e4ren. <a href=\"http:\/\/www.bund.net\/themen_und_projekte\/klima_und_energie\/energiewende\/energiepolitik\/eeg_reform\/\">Der BUND<\/a> schreibt zu den Gesetzes\u00e4nderungen:<\/p>\n<blockquote><p>Statt das Engagement vieler B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und Gewerbetreibender vor Ort zu unterst\u00fctzen und der Weiterentwicklung verbrauchsnaher Projekte mit erneuerbaren Energien den Weg zu ebnen, macht die Bundesregierung genau dies mit dem EEG 2014 erheblich schwerer. Es kostet viele Arbeitspl\u00e4tze und steht im Widerspruch zum Klimaschutz. Es droht nicht nur ein Verfehlen der Ausbauziele f\u00fcr Wind- und Sonnenstrom, sondern auch des nationalen Klimaziels von 40 Prozent CO2-Reduktion bis 2020. F\u00fcr die Betreiber von Kohlekraftwerke ist diese Reform wie ein Schonwaschgang. Je st\u00e4rker die Energiewende ausgebremst wird, desto l\u00e4nger k\u00f6nnen die Klimakiller laufen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Viertel des Stroms wird nach wie vor aus Braunkohle gewonnen. Ein klimasch\u00e4dliches Kohlekraftwerk produziert jedes Jahr ca. 25 Millionen Tonnen CO2. Schwermetalle, Blei, Schwefel, Quecksilber &#8211;\u00a0 niemand macht sich Gedanken \u00fcber verw\u00fcstete Landstriche in Brandenburg, \u00fcber Existenzen die vernichtet werden, \u00fcber D\u00f6rfer die alternativlos dem Tagebau weichen m\u00fcssen und \u00fcber die hohen gesundheitlichen Risiken denen die Menschen ausgesetzt sind. Den ganzen Wahnsinn sichtbar macht ein<a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek#\/beitrag\/video\/2340208\/Braunkohle---Klimakiller-mit-Zukunft\"> ZDF Beitrag zur Zukunft der Braunkohle<\/a> &#8211; be\u00e4ngstigend und gleichzeitig mahnend. Erschreckend, wie sich die Menschen teilweise hilflos einem Schicksal ergeben m\u00fcssen, wo Umwelt, Natur und Heimat r\u00fccksichtslos zerst\u00f6rt werden. Und die Politik schafft die Rahmenbedingungen, dass dieser Irrsinn weitergeht.\u00a0 Der Handel mit g\u00fcnstigen CO2 Zertifikaten floriert, sodass emissionsarme Gaskraftwerke keine \u00dcberlebenschancen haben.<\/p>\n<p>Wenn die Energiewende gelingen soll, m\u00fcssen resort\u00fcbergreifende Konzepte entwickelt werden. Umwelt, Forschung und Wirtschaft, auf einer gemeinsamen Linie &#8211; Wissen und M\u00f6glichkeiten verkn\u00fcpfen und schrittweise weiterentwickeln, bedarfsgerecht und erweiterbar auch im Sinne von Europa. Aber mit den Menschen und f\u00fcr die Menschen in Deutschland. Dann ist die Akzeptanz auch gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Lebendige Demokratie erfordert Einsatz, daher d\u00fcrfen wir nicht m\u00fcde werden Unrecht anzuprangern und zu entlarven. Wenn sich Konzerne auf unsere Kosten bereichern wollen, wenn man mit der Androhung von Arbeitsplatzverlust versucht die Menschen einzusch\u00fcchtern, dann sollten wir hellh\u00f6rig werden. Viele ehemalige Politiker haben in ihrem &#8222;zweiten Leben&#8220; ein Bet\u00e4tigungsfeld in der Wirtschaft gerade in den von Ihnen \u00fcber Jahre hinweg vertretenen Resorts gefunden. Denkt Sigmar Gabriel auch schon in diese Richtung? Ist er deshalb von Lobbyisten abh\u00e4ngig und ihnen h\u00f6rig? Doch noch ist er den Menschen in seinem Land verpflichtet und das sollten wir ihm jeden Tag verdeutlichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Umstieg auf Erneuerbare Energien stellt Deutschland vor gewaltige Aufgaben. Eine Energiewende ohne Plan und Ziel versch\u00e4rft die Situation und bringt Wirtschafts- und Energieminister Gabriel erheblich in Bedr\u00e4ngnis. 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Weder beim geplanten Ausbau der &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/?p=1339\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eEnergiewende, schon am Ende?\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1773,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[1,2],"tags":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/kiebitzgrund-aktiv.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/zwerg.jpg?fit=800%2C449&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4Zmmr-lB","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1339"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1339"}],"version-history":[{"count":48,"href":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1339\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2051,"href":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1339\/revisions\/2051"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1773"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kiebitzgrund-aktiv.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}